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Vorschlag P
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Nachdem unten veröffentlichen Aufruf hat es 2007 ganz schön rumort. Es haben sich Menschen aus den unterschiedlichsten Spektren zusammengetan, Fyler, Plakate, Aufrufe gemacht, Netzwerke zu vollkommen neuen Leuten aufgebaut, dokumentiert, Schlafplätze organsiert/zu Verfügung gestelt... und daraus die Perspektiventage 2008 + Dokumentation gezaubert.

Der Aufruf aus dem Herbst 2007

Hallo, die Camp-AG hat auf ihrem letzten Treffen ein wenig nachgedacht,
wie das denn nun mit der Protestiererei und dem Widerstand weitergehen
kann. Herausgekommen ist dabei ein :

Vorschlag für einen spektrenübergreifenden großen Strategiekongress im
Herbst/Winter 2007

Die Aktionen im Vorfeld und rund um den Gipfel in Heiligendamm haben und werden
wie kein anderes Ereignis seit langem die strategischen Koordinaten unserer
Kämpfe für eine andere Gesellschaft durcheinanderwirbeln. Allein für den in
Deutschland agierenden Teil dieser Bewegung sind Neubewertungen und Analysen wie
denn nachhaltiger Protest ablaufen kann unumgänglich. Der massenhafte
erfolgreiche Ansturm zum Zaun, die Umgehung einer hochgerüsteten Polizeiphalanx
mit weitgehend unkonventionellen und friedlichen Methoden, sind vorher ebenso
skeptisch beurteilt worden, wie die Möglichkeit, Massenmilitanz anzuwenden oder
dieses als Drohpotential in die Waagschalen zu werfen.

Wir werden kritisch bewerten müssen inwieweit dieser Mix aus unterschiedlichen
Protest- und Widerstandsformen

- nur singulär bei Gipfelprotesten funktioniert,
- ob sie überhaupt nachhaltig wirken,
- ob dazu die vergleichsweise starke Internationalisierung der Proteste
beigetragen hat,
- inwieweit es der spektrenübergreifende Charakter war, der vieles hat möglich
werden lassen,
- ob aber nicht auch zuviele Kröten für die Installierung dieses Bündnisses in
Form des Hannoverkreises geschluckt wurden
- und wir werden diskutieren müssen, warum einiges an gewünschten Protestformen,
wie Plan B und dezentrale Aktionen nicht in dem gewollten Umfang funktioniert
haben.

Wir wollen und können als CampAG diese Fragen nicht als Kollektiv beantworten,
uns ist bei unserer Arbeit aber ein Aspekt besonders wichtig gewesen: das
kategorische Beharren auf einem spektrenübergreifenden Charakter der Camps und
mithin der Proteste, der nicht gleichschaltet oder bei dem die jeweiligen
anderen Spektren rein strategisch instrumentalisiert werden, sondern eben die
Vielfalt zugelassen wird, sowie bei dem dieser Charakter als momentan notwendige
Form und als Stärke begriffen wird.

Diesen Charakter möchten wir auch zukünftig als Transmissionsriemen verstanden
wissen um damit der Verwirklichung einer neuen Entfaltung sozialer Kräfte gegen
die bestehenden Verhältnisse voranzutreiben. Eine gemeinsame
G8-Protestauswertung und Richtungsentscheidung für die nächsten Kämpfe scheint
uns dazu unerlässlich.

Derzeit finden in vielen Modulen und in vielen Spektren Diskussionen statt zur
Analyse der Ereignisse von Heiligendamm und der daraus folgenden Strategie für
die linke und linksradikale Bewegung. Soweit bekannt, treffen sich jetzt
Attacies auf deren Sommerakademie, die IL an der Mosel, im September das
dissentNetzwerk und vom 18.-21.Oktober findet das Sozialforum in Cottbus statt.

An diese und andere zahlreiche lokale und gruppeninterne Treffen haben wir
Erwartungen: Wir hoffen, daß bis zum Herbst damit in dem Auswertungsprozeß der
einzelnen Spektren erste Vorschläge erarbeitet werden,

- welche strategischen Elemente in unserem Kampf z.B. in 2008 und 2009 elementar
sein sollen.
- Welche Teilkämpfe in der Gesellschaft haben unsere besondere Aufmerksamkeit
- oder gibt es Ideen wie wir ein übergeordnetes Ganzes der Proteste schaffen
können?
- Haben die Gipfelproteste in Japan 2008 und Sardinien 2009 einen besonderen
Stellenwert für uns?

Wenn denn diesbezügliche oder andere strategische Vorschläge und
Analyseergebnisse von den einzelnen Spektren in die Debatte geworfen werden,
können wir uns als CampAG sehr gut vorstellen, unseren Teil dazu beizutragen,
diese Debatte infrastrukturell zu unterstützen. Sprich, wir schlagen vor, Ende
Herbst oder Anfang Winter 2007 ein ganz großes mehrtägiges
strömungsübergreifendes Debattier-, Strategie- und Netzwerktreffen zu machen.
Erste vorbereitende Gespräche gibt es schon, für diesen Kongress in Berlin
Räumlichkeiten zu finden, wenn denn dieser Ort als Kongressort gewünscht wird.

Wir wollen uns maßgeblich an der inhaltlichen und organisatorischen Ausrichtung
dieses Kongresses beteiligen. Wir haben von vielen TeilnehmerInnen der Camps
ein positives feedback erhalten und glauben, uns so auch einiges an Reputation
erarbeitet zu haben, um bei der Vorbereitung so eines Treffens den
spektrenübergreifenden Charakter gewährleisten zu können.

Da die Vorbereitung eines solchen Kongresses einiges an zeitlichem Vorlauf
braucht, bitten wir die jeweiligen Spektren um ein frühzeitiges Feedback über
den hier gemachten Vorschlag.
Ob ein Wochende Zeit genug ist, die Fülle der Fragen zu diskutieren, oder ob wir uns
mittels Brückentagen oder überhaupt in den Winterferien mehr Zeit nehmen sollten,
sollte bei diesem Feedback berücksichtigt werden.

Erwartungsvolle Grüße von der Camp AG

 
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